#DBW 2014: D-Day

Gestern kam ich nicht wirklich zum schreiben, aber heute geht es mit dem Thema „Tag der Diagnose“ weiter.

Es war Sommer 2001, kurz nach den Sommerferien, ich war gerade in der Oberstufe angekommen. Schon seit Wochen hatte ich viel Gewicht verloren (das fand ich zu Beginn super, ich war damals schon übergewichtig), konnte trinken wie ein Loch und rannte nur aufs Klo. Während ich früher nie in der Schule auf die Toilette musste und jeden schräg ansah der so eine 0,33 l Flasche am Tag leer trank, hatte ich nun täglich eine Literpackung Saft (ja, im Nachhinein gesehen, sehr perfekt :p ) bis zur großen Pause geschafft und holte mir quasi immer noch eine Dose Cola (jaaaa, auch ganz toll…). Ich fand das extrem nervig!

dbw

Mein Vater hatte damals schon Typ II Diabetes und dementsprechend ein Messgerät. Meine Eltern bedrängten mich, dass ich mal den BZ messen soll. Ich wollte das vehement nicht, wahrscheinlich wusste ich im tiefsten Inneren schon was los war… OK ein paar Tage kam ich damit durch, aber das ganze wurde ja nicht besser und so ließ ich mich überreden zum Arzt zu gehen. So gab es einen Besuch beim Diabetologen, bei dem auch mein Vater in Behandlung war. Dort kurzes Gespräch und Blutabnahme.
Das Gerät begrüßte die Arzthelferin wohl mit „Hi“ und sie war sich unsicher. Ich denke, dass dort in Praxis damals kaum „Neudiagnosen“ von Typ I vorkamen, zumal die Praxis recht neu war und die Arzthelferin somit so hohe Werte wohl kaum gesehen hatte. Nochmal Finger gepiekst, gleiches Spiel. So stand die Diagnose quasi fest. Als erstes gab es nen Tropf und Insulin. Die Dia-Beraterin kam, die mir spritzen und messen zeigte und mir die ersten Dinge erklärte. Für den Abend wurde mit meinen Eltern festgelegt was ich essen soll und entsprechend die Dosis Insulin vorgegeben. Das war aber auch das einzige Mal, wo ich eine Vorgabe bekam was ich essen soll.
Zum Glück war ich gleich in der richtigen Praxis gelandet, so dass die gesamte Einstellung (wie dann auch später der Wechsel zur Pumpe!) ambulant erfolgen konnte! Mein Arzt sagte nämlich gleich, dass es im KH halt nicht „lebensnah“ wäre. So war ich auch nur ein paar Tage aus der Schule raus, verpasste natürlich trotzdem ein bisschen Stoff, was sich dann gleich in einer schlechten Note der allerersten Deutschklausur auswirkte. Das ging ja gut los!

Was mir der Diadoc damals aber direkt erklärte: du darfst alles essen, Diät gibt’s nicht.
Und der Doc ist auch immer noch mein Arzt! Die ganze Zeit über, ohne „Fremdgehen“, auch zu Studienzeiten wo ich 450km entfernt war 🙂 er unterstützt mich wo er kann, auch zu den Zeiten wo ich elend schlechte Werte hatte, hat er mir nie Vorwürfe oder ähnliches gemacht, aber ich glaube er verzweifelte teilweise fast an mir 😉 .

Advertisements

Ein Kommentar zu “#DBW 2014: D-Day

  1. Coolen Arzt hast du da erwischt. Wären doch alle so!

    Mit meinem jetzigen bin ich auch zufrieden. Der lässt mich experimentieren und wir besprechen danach was gut, schlecht oder anders gemacht werden könnte.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s